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Was macht ein Redenschreiber?
Der Beruf des Redenschreibers ist noch relativ jung. Zwar kannte man in der Antike
schon Logographen (griechisch für Redenschreiber) doch erst Mitte des 20. Jahrhunderts
erfuhr dieser Berufstand wieder neue Beachtung. Trotzdem war es zu dieser Zeit vielerorts
noch schlecht angesehen, sich eine Rede schreiben zu lassen. Doch die Bedeutung des
Redenschreibers nimmt zu, je breiter das Aufgabenspektrum der Menschen in verantwortungsvollen
Positionen wird. Mithilfe der Dienste eines Redenschreibers, können sie den Kopf
für das Tagesgeschäft frei halten.
Sobald ein Redenschreiber für das professionelle Verfassen einer Rede ausgewählt
ist, legt der Auftraggeber ihm kurz den gewünschten Inhalt der Rede dar. In einem
sogenannten Briefing (einer kurzen Arbeitsanleitung) wird der Redenschreiber darüber
informiert, in welcher Weise der vorgesehene Inhalt der Rede sprachlich umgesetzt werden
soll.
Redenschreiber verfassen nicht nur für Politiker Reden, sondern auch für
Funktionäre von Vereinen, Verbänden und Gewerkschaften und für Amtsinhaber
der öffentlichen Verwaltungen. Sie arbeiten entweder freiberuflich, oder sind
bei Parteien oder internationalen Organisationen angestellt. Der berufständige
Verband der deutschsprachigen Redenschreiber wurde 1998 gegründet.
Personen, die einen Redenschreiber beauftragen, ein Manuskript für eine Rede anzufertigen,
haben das Ziel, die Zuhörer zu überzeugen. Ob das gelingt, ist nicht nur
eine Frage der Wortwahl, sondern die Rede muss so strukturiert sein, dass es dem Redner
beim Vortragen möglich ist, seine eigene Persönlichkeit einzubringen. Deshalb
kann man nur ein guter Redenschreiber sein, wenn man fähig ist, Visionen zu entwickeln
und sich in den Redner hineinzuversetzen. Weiterhin muss man als guter Redenschreiber
den individuellen Stil des Redners berücksichtigen.
Die eigentliche Arbeit des Redenschreibers findet am Computer statt. Es sind also auch
einige Hard- und Softwarekenntnisse erforderlich, um gute Reden erstellen zu können.
Zudem benötigt der Redenschreiber ein gutes Allgemeinwissen. Das verleiht im beispielsweise
die Fähigkeit, in Reden passende Zitate einzubauen. Darüber hinaus sind natürlich
auch Kenntnisse aus den Bereichen Politik, Gesellschaft und Wissenschaft erforderlich,
um als Redenschreiber mit möglichst vielen Auftraggebern zusammenarbeiten zu können.
Auch humoristische Reden zu geselligen Anlässen können von Redenschreibern
verfasst werden. Deshalb ist es für Redenschreiber von Vorteil, dichterische Fähigkeiten
zu besitzen.
Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Berufsausbildung, die absolviert werden muss,
um sich Redenschreiber nennen zu können. Dennoch haben Redenschreiber in der Regel
einen Hochschulabschluss. Häufig sind es ehemalige Germanistikstudenten, die als
Redenschreiber arbeiten. Hinzu kommen Journalisten und PR-Spezialisten. Auch sprachbegabte
Quereinsteiger können sich als Redenschreiber betätigen. Wichtig sind ein
gutes Sprachgefühl, die perfekte Beherrschung der orthographischen und grammatikalischen
Regeln sowie stilistische Sicherheit. Gradmesser für die Qualität einer Rede
ist immer der Eindruck beim Zuhörer. |